Nordlichter im Yukon & „Into the wild“ in Alaska

Hello!

Der zweite Eintrag in wenigen Tagen? Was ist da los… nunja morgen geht es weiter Richtung Süden nach Williams Lake & weiter auf eine ein Tages „Bear-Watching-Tour“ in den Great Bear Rainforest in Bella Coola. Also muss nochmal das Wlan genutzt werden.

Diesmal geht es um unseren Aufenthalt im Yukon und die Reise nach Alaska!

Nach vielen Tagen in unserem Bus waren wir froh in Whitehorse angekommen zu sein & gönnten uns ein paar Nächte in einem günstigen Hotel. So konnten wir einmal unsere Wäsche & uns selbst richtig waschen 😀 Eines Nachmittags, nachdem wir die überraschend kleine Stadt Whitehorse erkundet hatten, entschieden wir uns zu den heißen Quellen zu fahren… dies sind Pools, die durch warmes Wasser aus natürlichen Quellen gespeist werden & gibt es (zmd. im Westen Kanadas) häufig und in verschiedenen Ausführungen. Nach ein paar entspannenden Stunden waren wir dann allerdings gut durchgekocht. Ein kurzer Blick in den Himmel – wolkenlos – ein weiterer Blick auf den Aurora-Forecast (Nordlichter) & schon war klar, wir suchen uns eine Stelle weit ab der Stadt, um einen möglichst dunklen Himmel & keine Lichtverschmutzung zu haben. So fanden wir einen super Platz, an dem wir ein kleines Feuer entzünden konnten & einen super Blick über den Takhini River hatten.

Takhini River mit wenigen Wolken am Himmel

Nach ein paar kühlen Stunden (& ein paar Bier) am Lagerfeuer erschien dann endlich am Himmel, das erste Mal dieses schöne Schauspiel (leider habe ich den Fokus in den ersten paar Bildern verkackt & daher sind diese unscharf geworden. Bei den Anderen hat es dann aber gepasst).

Aurora Borealis in der Pampa bei Whitehorse – einfach geil!

Es war echt sau geil! Voller Freude, endlich Nordlichter gesehen zu haben sind wir, mit dem Ziel Alaska, wieder in unseren Bus gestiegen. So tuckerten wir zur Grenze… kurz mit dem erstaunlich freundlichen Ami-Beamten gelabert & schon waren wir inklusive einer extra Stunde Zeitverschiebung (Alaska hat 10h anstatt 9h zur deutschen Zeit) in good old ‚merica & auf dem Weg nach Fairbanks (unten erneut der Link zur Route auf Maps für euch zur Verfolgung).

Auf diesem Weg begrüßte uns auch eine Elchkuh, die in aller Ruhe am Straßenrad am Gras genuckelt & uns nich weiter beachtet hat.

Moooooooooooooose

Schon wieder ein cooles Tier in freier Wildbahn! Nach ein paar Bildern (ich brauch en größeres Teleobjektiv btw.) setzten wir unseren Weg also fort… und fort… und plötzlich – hä haben wir uns verfahren? So lang waren wir nun auch wieder nicht unterwegs – kam da ein Schild, dass uns verwirrte…

Erstaunlich wenig Schnee & Eis am Nordpol

Aha nunja es ist ja allgemein bekannt, dass die Amis immer etwas übertreiben. So gibt es in diesem erstaunlich belebten Kaff namens North Pole einen Laden, der das ganze Jahr über allen möglichen Krempel an Weihnachtszeug verkauft. Weiterhin gibt es einen Briefkasten & Briefe, die an Santa Claus adressiert sind, werden hier gesammelt. Die Straßenlaternen sind in Form einer Zuckerstange 😀 😀 😀 ohman… das war echt kurios.

Zuckerstangen als Straßenlaternen… da muss man mal drauf kommen
Unendlich viel Schrott für die schönste Zeit im Jahr

Achja… bevor ich es vergesse… es kommt noch besser! Als wir zum anderen Ende des Ladens gelangten erwartete uns dort, nunja, SANTA himself 😀 Dieser Typ hat den geilsten Job der Welt & war kurz vorm einschlafen.

Hallo Santa ich hätte gerne 1.000.000 Geschenke, will mich aber nich auf deinen Schoß setzen

Ok das war zuviel! Nach einer schnellen Nacht aufm Walmartparkplatz in Fairbanks ging es, auf der Flucht vor vielen Menschen, wieder in die Wildnis . Dies gelang uns nur mäßig, da unser nächster Anlaufpunkt der Denali Nationalpark war & dort trotz der späten Jahreszeit noch einige Touris unterwegs sind.

Kurz vor dem „offiziellen“ Eingang in den Nationalpark liegt das kleine Örtchen Healy. Einigen von euch könnte dieser Ort ein Begriff sein. Dort startet der mehr oder weniger berühmte Stampede-Trail, über den man den sogenannten Magic Bus erreicht. Beides bekannt aus dem Film Into the Wild, der die reale Geschichte von Christopher McCandless aka. Alexander Supertramp, einem Aussteiger, erzählt. Der Magic Bus ist ein alter zurückgelassener Bus des Fairbanks Transit System, der dem Reisenden auf seinem Weg in die Wildnis als letzter Unterschlupf diente. Wer die Geschichte nicht kennt, dem habe ich hier drunter (durch einen Klick klappt es aus) eine kleine Kurzfassung  angefügt.

Der Bus auf den Fotos ist das Original-Requisit, mit dem der Film gedreht wurde. Aus Respekt vor der Familie und dem Andenken, wurde nicht am Originalen Ort in der Wildnis gedreht. Der Bus steht auf dem Gelände eines Restaurants/Bar (die ein verdammt gutes Pulled-Pork-Sandwich machen & Football zeigen) & kann kostenlos besichtigt & betreten werden.

Into the wild - Die Geschichte über Christopher McCandless

*Alles im Folgenden Geschriebene beruht auf dem Film, Artikeln, die ich gelesen habe, sowie Informationen aus dem Bus. Des Weiteren habe ich diesen Text und die Details aus meinem Gedächtnis gezogen. Gut möglich, dass auch deshalb gewisse Details abweichen. Es gibt viele Quellen und einige widersprechen sich.*

Christopher McCandless aka. Alexander Supertramp entschied sich nach seinem Highscool-Abschluss gegen ein Studium & wollte lieber das Land erkunden. So streifte er knapp 2 Jahre durch 15 Bundestaaten der USA, bis er schließlich nach Alaska kam. Dort suchte er sich wohl auf einer Karte einen weißen Fleck aus & begab sich über den Stampede Trail in die Wildnis. Ohne Karte, ohne Kompass und nur mit einem Gewehr, etwas spärlicher Ausrüstung und einem 5kg Sack Reis im Gepäck. Laut Aussagen der Anwohner in der Nähe lies sich Alexander nichts sagen und ging scheinbar wenig auf die Tipps bzw. Empfehlungen der Einheimischen ein. Vor seinem Start schickt er noch eine Postkarte an einen Freund mit dem Inhalt, dass dieses Abenteuer tödlich ausgehen könnte. Er war sich der Gefahren scheinbar doch zmd. etwas bewusst.

Auf seinem Weg durchquerte er im April 1992 einen Fluss, den Teklanika-River, um im Magic Bus die letzten Wintermonate zu verbringen. Als sich seine Reisvorräte dem Ende zu neigen, beschließt er wieder in die Zivilisation zurück zu kehren & versucht den Fluss erneut zu durchqueren. Dieser ist jedoch durch Tauwasser im Sommer stark angestiegen und unpassierbar. Somit wurde ihm der Rückweg versperrt & er kehrte, ohne eine alternative Route zu suchen, zum Bus zurück. Er ernährte sich während der Zeit von Eichhörnchen, Stachelschweinen und Beeren. Das Fleisch eines erlegten Elches verdirbt ihm & so versucht er mittels eines Buchs aus seinem Gepäck, genießbare Schoten zu finden. Und hier liegt wohl der Fehler, der maßgeblich zu seinem Tod beigetragen hat. Da er die Pflanze verwechselt, nimmt er gifitge Schoten zu sich und sein unterernährter Körper verliert noch mehr an Kraft. Am 18.August, nach über 100 Tagen in der Wildnis, endet sein Tagebuch. Sein Leichnahm wird kurze Zeit später von Elchjägern gefunden, die den Bus normalerweise im Notfall als Unterschlupf nutzten. Der tote Körper wog laut Quellen noch 33 Kg. Bis heute ist nicht geklärt, ob die gifitge Pflanze zu seinem Tod geführt hat oder er an Unterernährung gestorben ist. Eventuell eine Kombination aus Beidem und er hatte keine Kraft mehr den Rückweg erneut anzutreten. Alexander hinterlässt ein Tagebuch und eine Kamera mit unentwickelten Fotos, die zur Rekonstruktion seines Weges geholfen haben.

Viele haben seit dieser Zeit den originalen Bus in der Wildnis besucht. Jedoch ging nicht jeder Ausflug dorthin glücklich aus. Die Wanderung dauert laut Einheimischen ca. 3 Tage und der Fluss muss immernoch durchquert werden. 3 Deutschen wiederfuhr das gleiche wie Christopher (der Fluss ist angestiegen) und sie mussten mit dem Helikopter gerettet werden (nach 10min wurden sie gefunden und ausgeflogen). Eine Schweizerin ist bei der Flussdurchquerung ertrunken. So gibt es auch eine Diskussion, ob der Bus nicht aus der Wildnis entfernt werden sollte...

Unvorstellbar über 100 Tage in so einem Bus zu leben

Nach diesem interessanten Erlebnis haben wir im Denali Nationalpark noch eine Wanderung am Eingang des Parks unternommen, um eine schöne Aussicht genießen zu können. Es gibt nur sehr wenige markierte Trails im Park & es ist gewollt, dass die Menschen den Park auf eigene Faust, abseits der Wege erkunden. Dies benötigt allerdings eine sehr gute Vorbereitung. Uns war es (vor allem aufgrund fehlendem Equipments) zu heikel einfach drauf los zu latschen. Wie so etwas ausgehen kann haben wir ja schon gehört & von Bären wimmelt es sowieso in ganz Alaska & in Kanada. Nichts desto trotz war die markierte Wanderung auf den Mount Healy anstrengend & sehr interessant. Uns bot sich eine coole Aussicht und unterwegs gab es immer wieder Eichhörnchen die mit Nüssen schmeißten.

Das Nüsse schmeißende Eichhörnchen das nicht nur einmal kurz vorm Absegeln war

Nach einem weiteren, sehr interessanten und erlebnisreichen Weg, mit Start in Whitehorse, haben wir letztendlich die Hauptstadt von Alaska, Anchorage erreicht. Bevor wir uns dort für 3 Nächte niedergelassen haben, sind wir noch ein paar Tiere im Alaska Wildlife Conservation Center besuchen gegangen. Alle Tiere die hier leben, wurden entweder als Jungtiere ohne Eltern, mit Verletzungen oder sonstigen Erschwernissen gefunden & zur Aufzucht bzw. sicheren Unterkunft in dieses Center gebracht. Die Gehege sind sehr groß, wodurch die Tiere eine gute Auslaufmöglichkeit haben.

Das Beste an diesem vllt. knapp 1km langen Park ist jedoch, dass dieser für die faulen Besucher mit dem Auto befahrbar ist. So kann jede noch so fette Amifrau mit ihrem übertriebenen Geländewagen (den sie wohl nur zum Einkaufen nutzt) bis vor das Gehege fahren, das arme Stachelschwein anschreien, dass der fetten Kuh jedoch nicht sein Gesicht zeigen will, um dann wieder genervt abzudüsen (man wie kann ich das arme Tier verstehen). Am Ende des Parks waren wir zwei, zu Fuß unterwegs, fast alleine, da wohl die Geduld trotz Autos nicht einmal bis hierher gereicht hat. Nunja… was soll man sagen… da kann man sich nur an den Kopf fassen. Mehr sage ich dazu garnicht.


Hier der Link zu allen Bildern auf der Dropbox:

https://www.dropbox.com/sh/sspiycbc6oam7pl/AABeMW4eMXNC6TRfHx4Me6Uya?dl=0

Weiters der Link zu unserer Route:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1dn-KTW5SfIl3wgvWEpso2mF8fIWtirvB&ll=62.86243576170526%2C-142.66594499999997&z=5

Wir hoffen auch dieser Bericht gefällt euch & wir senden liebe Grüße an alle euch da draußen!

Martin & Flo

8 Antworten auf „Nordlichter im Yukon & „Into the wild“ in Alaska“

  1. Lachflash lässt grüßen 😀 ich lese nie wieder deine Berichte während die Schüler Klassenarbeit nachschreiben 😛 Aber sehr interessant! Wünsche euch viele weitere tolle Erlebnisse!

  2. Flo das Rentier trifft den echten Wolf!
    Ihr habt auch SÜW Kennzeichen in Kanada gefunden. Faszinierend!
    Macht wirklich Spaß die Berichte zu lesen. Und das Bild vom Takhini River ist einfach perfekt.
    Viel Spaß weiterhin und passt auf euch auf.

  3. hi ihr nonwork&traveller,
    wir verlassen nun schweren herzens canada und wünschen euch noch viele tolle erlebnisse, nette menschen und eine wunderschöne zeit auf eurem trip.
    Sind gespannt auf eure tollen berichte und natürlich auf die bärenbilder…..
    Hoffe ihr hattet nen safe trip back to vancouver und besseres wetter auf der insel.
    eure bären-mit-watcher
    (..getapter spiegel..)

    1. Hi ihr Beiden!
      Danke für eure Nachricht 😀
      Hoffe ihr hattet noch schöne Tage & der Rundflug hat sich gelohnt! Vancouver Island ist echt mega schön!
      Viele Grüße nach Deutschland in den Schwarzwald.

      1. hello,
        klar der rundflug war supercool , einfach genial….. hat sich gelohnt.
        der rückweg mit fähre (fast wie whalewatching), bissle vancouver island, und dann über die sunshine coast (ohne sonne, dafür mit regen) und leider auch ohne seekajaktour, war dann recht entspannt.
        dass die insel ein richtiges juwel ist, haben wir euch ja schon vorab verraten 😉

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