Das (gefühlte) Ende der Welt – Anchorage & Homer

Halli Hallo,

um wieder in alte Muster zu verfallen hat es nun fast einen ganzen Monat gedauert, bis ihr diesen neuen Eintrag zu lesen bekommt. In dieser Zeit ist so einiges passiert, worauf ihr in weiteren Beiträgen noch gespannt sein dürft! Mittlerweile sind wir in Kelowna angekommen, wo wir für die ersten Wintermonate eine Wohnung gemietet haben (Bilder kommen hier in einem Zwischenbericht einmal extra). Dies ist leider notwendig, da es im Auto Nachts so langsam doch etwas ungemütlich wurde (vor allem, wenn man mal raus muss)… Nancy ist bestimmt auch mal ganz froh nicht jeden Tag rollen zu müssen.

Ich hoffe ihr habt viel Spaß beim Lesen & mit den Bildern.

Jetzt muss ich mich doch erst einmal sammeln… wo waren wir stehen geblieben? Ahja! Diese tolle Erfahrung mit den lauffaulen Amis.

Wir sind insgesamt 3 Nächte lang in einem netten AirBnb in Anchorage untergekommen. Nachdem wir ein wenig Wäsche gewaschen, die Stadt erkundet & uns etwas ausgeruht haben, sind wir entlang der Landzunge nach Süden bis fast ins Meer hinein gefahren… dabei näherten wir uns immer weiter dem Ende der Welt. Dort hat uns schließlich das kleine Hafenstädtchen HOMER 😉 freundlich empfangen. Von hier aus geht es nur via Schiff oder Wasserflugzeug weiter. So kann man zum Beispiel in den weltberühmten Katmai-Nationalpark fliegen/fahren. Dort sind wahrscheinlich die meisten der Bilder, die man von Lachs fangenden Grizzlys an Wasserfällen kennt, entstanden. Weiterhin ist es der näheste Punkt, via dem Landweg, in die Nähe der bekannten Beringsee bzw. dem Beringmeer zu kommen. Die Krabbenfischer von DMAX lassen grüßen 😀

An der Landzunge in Homer geht es nur via Boot oder Flugzeug weiter
Land’s End – True That!

In Homer gibt es jedoch nicht nur Fischkutter, Krabben und diese Möwen, die einfach überall sitzen. Dort wimmelt es auch geradezu von Weißkopfseeadlern. So bot mir dieser spontan vorbeifliegende Kollege eine gute Trainingsmöglichkeit, die Kameraskills zu erweitern. Ich glaube seinem Gesichtsausdruck zu folge hat es ihn genauso gefreut wie uns! Später saß dann noch ein anderes Mitglied dieser Spezies auf so etwas wie einem Laternenmasten.

And again… a bald eagle

Auf dem Rückweg habe wir uns im altbekannten Subway 2 Sandwiches gegriffen und sind noch ein Stück in Richtung Anchorage gefahren. Dort gibt es direkt an der Steilküste schöne Plätzchen, um den Sonnenuntergang, beim Verspeißen der Köstlichkeiten, zu beobachten.

Sonnenuntergang… es gibt wenig geileres

Die Rückfahrt geschah im Dunkeln… dies war so geplant, denn der Forecast für die Nordlichter lag auf einer Stufe von 7-8/10. So haben wir schon auf der Fahrt schwach ausgeprägte Schweife am Himmel gesehen. Kurz vor Anchorage dann, weit genug entfernt & umrahmt von Bergen, wurden wir dann erneut mit einer starken Lichtershow, für unser halbes Erfrieren, belohnt. Diesmal zeigten sich die Polarlichter in einer komplett anderen Art, als zuvor in Whitehorse. Es bildeten sich starke Formationen, die stellenweise aussahen, als würde ein schwarzes Loch entstehen 😀

Schwarzes Loch oder vllt. doch das Auge von Sauron?
Danke an den LKW-Fahrer für seine tollen Fahrkünste zur rechten Zeit. (Die grüne Farbe wurde durch die hellen Frontscheinwerfer etwas verfälscht und verstärkt)

Nach diesem Spektakel freuten wird uns über die 2 halbwegs warmen Betten in unserer Unterkunft, gerade da wir am nächsten Tag wieder Richtung Süden aufbrechen wollten.

Mit dem Ziel Williams Lake, wo wir auf dem Weg nach Norden schon einmal auf dem Walmart-Parkplatz übernachtet hatten, ging die Reise weiter. Da wir natürlich nicht die gleiche Strecke wieder zurück fahren wollten, haben wir einen Abstecher über Dawson City gemacht. Um jedoch das wunderschöne kleine Städtchen (zmd. über unsere Route) zu erreichen, muss man über den berühmten Top of the World Highway fahren. Gewählt und bezeichnet als die schönste Straße in ganz Kanada, zeigte sie uns die kalte Schulter mit einer Aussicht voller Nebel und Regen, Regen und nochmals Regen. Da es sich hierbei nicht um geteerte Straße, sondern um eine Schotterpiste, handelt machte das Ganze noch aufregender und zu einer ziemlichen Gaudi. Das Beste ist jedoch, der Grenzübergang von den USA nach Kanada, der sich kurz vor der höchsten Stelle des Passes befindet. Hier freundlich mit dem Grenzbeamten geschwätzt, unser hart gesammeltes Feuerholz in die Ecke geschmissen & fröhlich wieder in den Yukon eingefahren (es ist wohl generell verboten Holz von Alaska nach Kanada oder umgekehrt einzuführen, da sich darin Schädlinge für lokale Pflanzen befinden können).

Nach dieser spaßigen Fahrt sind wir letztendlich in Dawson City angekommen und wurden von einer Wild-Western Kulisse empfangen.

Matschig und schon wieder ist die Karre dreckig
Dawson City… Lucky Luke lässt grüßen

Es war erneut eine Fahrt voller wunderschöner Landschaften, vieler Tiere und atemberaubender Campingplätze. Ernsthaft… mit das geilste an der Reise sind die unfassbar geilen Campingplätze bzw. Orte an denen man (theoretisch überall) übernachten kann und darf. Man ist mitten in der Natur, meißt an einem See oder Fluss & kann sehr gut entspannen.

Als wir jedoch eines Morgens aufwachten, dachten wir unser Thermometer spielt verrückt.

Die erste Nacht um den Gefrierpunkt… weitere mit Minusgraden sollten folgen

Nunja das tat es leider nicht und so wurden wir von einer kleinen Kältewelle überrollt, die die Nächte etwas ungemütlicher machten.

Gefriert halt die Scheibe von innen… was solls

Letztendlich sind wir, nachdem wir eine entfernte Bekanntschaft mit Süßwasserottern (das schwimmende Tier in dem dunklen See), einem Stachelschwein sowie einer Schwarzbärenfamilie (ich bin leider gefahren & konnte nur ein schnelles, unscharfes Bild knipsen) gemacht haben, sicher in Williams Lake angekommen. Eichhörnchen durften natürlich aber auch nicht fehlen und so mussten wir uns wieder vor geworfenen Nüssen hüten. Von hier aus ging es One-Way in das Tal von Bella Coola, wo wir uns auf die Suche nach Grizzlys begeben wollen… mehr dazu im nächsten (bald folgenden) Beitrag.

Hier wie immer der Link zu Dropbox:

https://www.dropbox.com/sh/615325d3c7dmbsp/AADq0l6yv-Pl3ktLCdjRYjSia?dl=0

Sowie zu der (zu diesem Zeitpunkt) aktuellen Route (Nein, wir sind nicht von Punkt E zu A gesprungen, gebeamt worden oder geflogen! Nur Googlemaps mag scheinbar keine Fähren. Falls jmd. ein gescheites Programm/Seite für eine nachvollziehbare Routenbaudingens hat gerne in die Kommentare damit):

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1IXC03OGIohagCG8Gj8UVH3TD8cQUYaur&ll=57.28565522336517%2C-136.959585&z=5

Wir hoffen wie immer euch hat dieser Bericht gefallen und entschuldigt bitte, dass wir das nicht zeitnah machen konnten… Unterwegs gibts einfach zu wenig Zeit & Internet dafür.

Hoffentlich geht es euch allen gut!

Grüße Martin & Flo

7 Antworten auf „Das (gefühlte) Ende der Welt – Anchorage & Homer“

  1. Hey ihr Zwei,
    wir haben alle gedacht, dass ihr seit der Legalisierung von Cannabis in Kanada dauer-stoned seid und deshalb nichts mehr schreibt, bzw schreiben könnt.
    Sensation der Bericht und die Bilder! Passt auf euch auf, ihr Fucker m/

  2. Hallo Männers!
    Schön wieder von euch zu hören.
    Geile Tour habt ihr hinter euch.
    Sehr beeindruckende Aufnahmen.
    Wäre cool, wenn ihr selbst öfters auf Fotos auftauchen würdet… So vergessen wir nicht wie ihr ausschaut.

    Weiterhin gute Zeit, lasst krachen und passt auf euch auf.

    Gruß aus der Pfalz 🙂

    1. Hallo lieber Batman,
      danke, dass du dir trotz dem ganzen Verbrechersuchen die Zeit nimmst für ein Kommentar!
      Wir sind leider sehr Kamerascheu… Das haben wir uns wohl von den Tieren abgeschaut. Aber ich habe den scheuen Wolf ein paar mal erwischt… diese Bilder kommen im nächsten Beitrag 😉

      Grüße zurück in die Pfalz

  3. Wie viel der Zeit seid ihr eigentlich komplett alleine? Die Saison ist wahrscheinlich schon vorbei für die meisten Kurzurlauber mit 2-3 Wochen oder? Die Nordlichter sind wirklich hammermäßig eingefangen. Habt ihr alles mit der RX 100 geknipst? Wegen den Routen darstellen: Vielleicht ist GPSies was? Meine da kann man die erstellten Tracks einbinden. Hab ich aber selbst noch nicht getestet. Bei den Steaks läuft mir gerade das Wasser im Mund zusammen. Guuudee!

    1. Hej Honnel!
      Also es sind schon noch ein paar Camper unterwegs gewesen… Aber es waren nich wirklich viel und auf den Plätzen am Abend war nie viel los. Hatten also komplett unsere Ruhe bzw. auch mal mit paar Leuten erzählt die man so beim rumlaufen getroffen hat. Im Süden waren mehr unterwegs als ganz im Norden. Aber wie du ja von eurem Roadtrip weißt, ist sie Hauptreisezeit im Sommer… Wobei die Farben im Herbst einfach viel geiler sind & ich echt froh bin, dass wir direkt noch in den Yukon & Alaska gefahren sind.

      Die Bilder sind mit ner Canon 800D und zu 95% mit nem standard Tele (55-250mm) gemacht… Die Nordlichter und manche Landschaftsaufnahmen mit nem 24mm Pancake (f2,8) gemacht. Daher stellenweise nich die perfekte Quali. Aber fürn Anfang Bombe!

      Danke das Programm schau mer uns mal an! Googlemaps is echt umständlich, wenn man Routen erstellt. Wirft oft alles durcheinander.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.