Ein Haus am Strand – 2 Wochen auf Vancouver Island

Eine Unterkunft direkt am Strand klingt eher nach den Philippinen oder T-Hailand? Eigentlich ja, jedoch auch möglich auf Vancouver Island. Wir haben für knapp 2 Wochen den Südteil der Insel mit unserem Besuch erkundet und es war eine grandiose Zeit!

Nach unserer Bärensafari in Bella Coola haben wir uns auf den Rückweg nach Vancouver gemacht, um ein paar Tage später unseren Besuch, Judith, Andrea und Jan, am Flughafen abzuholen. Doch zuvor mussten wir unser Auto einmal reinigen, unsere Wäsche waschen und uns selbst auf Vordermann bringen.

Nun aber geschwind zum Flughafen unsere Gäste in Empfang nehmen. Nach einem sehr schönen (und lang ersehntem) Wiedersehen ging es natürlich (wie auch sonst) erst einmal direkt zu einem Tim Hortons auf einen Kaffee und einen AppleFritter, um müde Langstreckenfliegende wieder etwas aufzupäppeln.

Die ersten Tage und Nächte verbrachten wir nun also zu fünft in Vancouver. Aufgrund von sehr durchwachsenem Wetter beschränkten wir uns hier jedoch auf Ausflüge zu diversen Stränden, wie unter anderem dem Jericho Beach. Weiter unternahmen wir in der Dunkelheit noch einen kleinen Spaziergang unweit unserer Unterkunft, um einen super Ausblick auf die hell leuchtende Skyline zu erhalten.

Skyline Vancouver bei Nacht

Am nächsten verregneten Morgen ging es dann, mit einer Mini-Sightsseing-Tour von Vancouvers Innenstadt via Auto, zur Fähranlegestelle in der Horseshoe Bay bei West Vancouver. Am Fährschalter angekommen wurde uns schon mitgeteilt, dass es möglich ist, dass wir keinen Platz auf der nächsten Fähre bekommen. Positiv eingestellt wie wir jedoch jedesmal sind dachten wir: „Ach das passt schon“. Eine andere Möglichkeit hätte es ja ohnehin nicht gegeben. Nach etwas rumgesitze ging nun also die Beladung los und… endete 2-3 Autos vor uns… NEEEEEIIIIIIN. Also hieß es knapp 2h auf die nächste Fähre zu warten und in dieser Zeit das kleine Nest der Horseshoe Bay zu erkunden. Ein nettes kleines Fischerörtchen (bzw. eine Gemeinde von West Vancouver). Es wurde von uns jedoch sehr schnell erkundet und wir landeten auf einen Kaffee im örtlichen Starbucks (ja nicht im Hortons! Sowas aber auch). Von dort wurde das vermutlich süßeste Schäferhundwelpe der ganzen Welt, beim Vorbeitapsen, beobachtet. Alle nur „Awwwwwwwwwwwww“.

Awwwwwwww

Nachdem wir uns diesem süßen Anblick entziehen konnten, fanden wir uns kurze Zeit später auch schon auf der Fähre mit dem Ziel der Departure Bay bei Nanaimo wieder. Während der Überfahrt überfiel manche unserer Reisegefährten die Müdigkeit, konnte jedoch gekonnt unentdeckt bleiben.

Schlafen? Nö bin hellwach, sagt Andrea

Vancouver Island – Tofino

1h 40 min später erreichten wir Nanaimo auf Vancouver Island. Dies stellte aber erst unser Ziel für die zweite Hälfte des Besuches dar. So ging es zunächst Richtung Norden und dann quer durch bzw. über die Berge in das kleine Surferörtchen Tofino. Mittlerweile Stockfinster und mit Nebel gespickt wurde die Fahrt über die kleine Passstraße abenteuerlich, konnte jedoch sicher bewältigt werden. Mittlerweile spät am Abend erreichten wir unsere, im Pacific Rim National Park Reserve und in einem Ort der Native People gelegene, Unterkunft. Dies war zunächst ein wenig befremdlich, dass ein AirBnB in solch einem Ort angeboten wird, da die Native People laut Auskunft eigentlich sehr unter sich leben. Aber es stellte keine Probleme dar und es war eine super Unterkunft, in der wir uns sehr wohl gefühlt haben. Das Haus liegt direkt am Shooners Beach und wird tagsüber von spazierenden Touris besucht.

Ortschaft der Native People

Dies soll hier nicht heißen, dass wir Angst oder sonstige Vorurteile/Probleme mit den Native People haben. Wir haben schon einige sehr nette Personen getroffen und uns sehr gut mit Ihnen unterhalten. Die Frau in der Tourist Info war nur sehr davon überrascht, dass wir eine Unterkunft in deren Ortschaft haben und ja, gegrüßt wird man als Außenstehender dann doch eher nicht.

Das sanfte Aufwachen vom Rauschen des Meeres am nächsten Morgen kündigte es schon an. Der Blick aus dem Wohnzimmer, der seines gleichen sucht, überwältigte uns dann aber doch alle und wir konnten es nicht fassen.

Die Aussicht aus dem Wohnzimmer

So konnte auch vergessen werden, dass das Wohnzimmer in der hinteren Ecke am Fenster etwas abzufallen begann und man bald mit einem Fuß im Freien hing. Mit vollem Körpergewicht wäre wohl irgendwann einfach die gesamte Front des Hauses abgefallen (Achtung überspitzt formuliert und es hat uns nicht gestört).

Wir erkundeten den Strand, beobachteten die vorbei schwebenden Adler und sahen den Surfer zu, wie sie im Wasser des doch kühlen Pazifiks auf passende Wellen warteten. Ein Ausflug in das nahe gelegene, kleine und verschlafene Städtchen Tofino war ebenfalls super schön und ist jedem zu empfehlen, den es mal hier her verschlägt.

Während unseres Aufenthalts an diesem wunderschönen Fleckchen, entschieden wir fünf uns, relativ spontan, zu einer Boots-Tour zu den Cove Hot Springs. Hier kann man direkt neben dem Meer in natürlichen, heißen Quellen entspannen. Wir hatten Glück und konnten so direkt für den übernächsten Tag eine Tour mit Jamie‘ Whaling Station in Tofino starten. In einer kleinen Gruppe ging es mit unserem coolen und sehr freundlichen Guide los. Auf dem Weg hielt er immer wieder Ausschau nach Wildtieren und erzählte uns viele interessante Informationen über die hier lebenden Tiere und Menschen. Kurz nach dem Start wurde schon der erste Adler gesichtet und überall im Wasser trieben die OTTER!!! Endlich wieder Otter! Diesmal jedoch Seeotter im Gegensatz zu den Fischottern, die wir in der Dämmerung in einem See weit im Norden in Umrissen entdeckt haben. Wir waren fasziniert von deren unglaublichen Größe und wie seelenruhig sie einfach im Wasser trieben. Unser Guide erklärte uns, dass sie eigentlich keine natürlichen Feinde haben und sich deshalb ohne Gefahr einen faulen Lenz machen können.

Hallo Otterlein!

Kurz darauf die nächste Sensation! Vor uns tauchte ein Wal auf und zeigte uns seinen Rücken. Dies soll nicht der letzte Wal auf dieser Tour gewesen sein, deshalb dazu später mehr. Auf einer Felsformation fläzten sich noch ein paar Seehunde mit ein paar Ottern im Wasser daneben.

In der Sonne liegen kann so entspannend sein

Wie man sieht haben die Tiere in dieser Region ein (meistens) entspanntes Leben. Im nächsten Leben werden wir alle nun Otter. Nach einer ca. 1 stündigen Bootsfahrt erreichten wir dann den Anlegeort für die Hot Springs. Es musste noch eine kleine Wanderung durch den Regenwald, vorbei an riesigen Bäumen und einer faszinierenden Vegetation, hinter sich gebracht werden. Schlussendlich erreichten wir aber die heißen Quellen und konnte uns auch etwas entspannen.

Endlich für ein paar Stunden das Leben eines Otters genießen

Nach einiger Zeit und entspannten Bädern in diesem herrlich warmen Wasser machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Boot und nach Tofino, wo wir ein paar Stunden zuvor abgelegt hatten. Während der Überfahrt horchte unser Guide das Funkgerät nach Sichtungen der umher schippernden Whale-Watching-Boote ab und fuhr ebenfalls einige seiner bekannten Stellen an. Wir hatten sehr sehr viel Glück und reihten uns nach einiger Zeit bei den zuvor genannten, speziellen Tourbooten ein. Ein kurzer Moment des Wartens und schon zeigte sich erneut ein Wal. Ein paar Mal tauchte er auf und wieder ab, sprühte mit Wasser und verschwand wieder. Doch endlich zum Schluss zeigte er uns auf das wir alle gewartet hatten… seine Schwanzflosse. Wir konnten es nicht fassen!

Voller Freude kehrten wir so entspannt von diesem wunderschönen gemeinsamen Tag zurück in unsere Wohnung. Am nächsten Tag ging es auch auf den Rückweg in unsere zweite Unterkunft in Nanaimo. Doch zuerst machten wir noch ein kleines Lagerfeuer am Strand, rösteten Marshmallows und aßen (ein halbes :D) mit Keksen und Schokolade. Dazu gab es wie so oft ein kühles Blondes.

Von links: Judith, Martin, Jan, Andrea und der Hulk aka Flow

Vancouver Island – Nanaimo

Ein letztes Frühstück mit Aussicht auf den Strand und wir begaben uns auf den Weg nach Nanaimo, wo wir ebenfalls ein kleines und gemütliches Haus gebucht hatten. Dort unternahmen wir viele Tagesausflüge zu Wasserfällen, auf einen Berg, an den Strand und in ein Wildtier-Reservat. Weiterhin schlenderten wir gemütlich durch das hübsche Nanaimo und begaben uns dort auf die Suche nach kleinen Souvenirs.

Weiterhin besuchten wir einen Wasserfall, an dem eine Fischschleuße errichtet wurde. Diese soll den Lachsen helfen den Wasserfall leichter zu überwinden, um zu ihren Laichplätzen zu gelangen. Dort tummelten sich die Lachse und das ganze Wasser war durch deren Körper nahezu schwarz. (Leider hatte ich den Polfilter nicht auf dem Objektiv aber ich hoffe ihr könnt die Fischlis auch so erkennen)

Lachse, Lachse, nichts als Lachse

Eines Nachmittags, an einem Strand bei Nanaimo, geschah dann das Unvermeidbare. Martin (der Vollhorst) schloss die Schiebetür unserer Nancy und drin ruhte sich gemütlich der Schlüssel auf dem Rücksitz aus. Alle Türen zu, super, Ersatzschlüssel? Der ist im Haus… ah ok sind ja nur 2km, da lauf ich hin. Haustürschlüssel? Ah cool liegt im Auto. Klasse und nun? 😀 Am A****. Also Abschleppdienst angerufen, eine 3/4 Stunde gewartet und den netten Herren begrüßt. Nach einer Weile rumprobieren und fluchen bekamen wir in Gemeinschaftsarbeit eine der Türen auf! Juhuuuu! Sofort den Schlüssel aus dem Auto geholt. Seit diesem Vorfall ist es natürlich unvermeidlich, dass jedesmal nach dem Schließen der Türen nach dem Schlüssel gefragt wird. Eine Erfahrung reicher und 50€ weniger auf dem Konto… so vergisst man das Wichtigste an einem Auto nicht mehr so schnell. Spannend, spaßig und Informativ kann man es nennen. Nur gut, dass wir vorher alles unseren Kaffee/Kaba & Donuts/AppleFritter aus dem Auto geholt hatten. Das Warten wurde so etwas erleichtert.

Ein riesen Dankeschön nochmal an den netten Herren vom Abschleppdienst

Mit diesen wunderschönen Erlebnissen ging leider unsere gemeinsame Zeit zu fünft auch wieder dem Ende zu. Eine Fährüberfahrt später fanden wir uns zu einem Abschlusskaffee und Frühstück im Tim Hortons in Vancouver wieder. Nach einer schlechten Erfahrung (erneut Martin der Vollhorst), dass Zimt- oder Blueberry-Bagels aufkeinen Fall zu einem BELT (Bacon, Egg, Letuce, Tomato) Belag passen, ging es weiter zum Flughafen. Nach 2 super tollen Wochen gemeinsam und einer tollen Gruppe hieß es erneut sehr sehr schweren Herzens Abschied nehmen. Gerne hätten wir die Zeit einfach verlängert. Für Judith, Andrea und Jan ging es leider wieder nach Deutschland zurück und für uns, mit einem Zwischenstopp von einigen Tagen in Chilliwack, nach Kelowna, wo wir uns für den nahenden Winter ein Apartment gemietet hatten.

Vielen Dank Judith, Andrea und Jan für die tolle Zeit! Wir haben euch sehr vermisst und können es nicht erwarten euch wieder zu sehen.

 

Hier findet ihr wieder eine kleine Bildersammlung auf der Dropbox:

https://www.dropbox.com/sh/2h0vg5pmd6hkda9/AAC0WnVUUecC3demjeykfZFMa?dl=0

Wir hoffen euch hat dieser Beitrag über Vancouver Island gefallen und euch geht es allen gut. Zur Zeit befinden wir uns in Squamish und bereiten uns auf unseren Roadtrip nach und durch Kalifornien vor. Durch die Weihnachtszeit etc. hängen wir leider mit den Berichten noch weiter hinterher, was jedoch noch aufgeholt wird!

Liebe Grüße

Martin & Florian

3 Antworten auf „Ein Haus am Strand – 2 Wochen auf Vancouver Island“

  1. Hey ho. Schön mal wieder einen Bericht von eich zwo zu lesen. Hört sich ja wieder an als erlebt ihr weiterhin coole Sachen(diesmal in größerer Runde). Habt mir weiterhin viel Spaß und seid euch meinem Neid sicher 😉 bleibt gesund und bis irgendwann in good old Germany (falls ihr net gleich dort bleibt)

    Grüße
    Pfeifendome

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.