Walking in the snow

Nach dem kurzen Abstecher in die Heimat, um die Weihnachtszeit mit unseren Familien und Freunden zu verbringen, sind wir Anfang Januar wieder zurück nach Kanada geflogen. Hier erwartete uns einiges an Schnee und tolle Wanderungen bei unserem Trip entlang des Sea-to-Sky-Highways Von Vancouver bis Pemberton und zurück.

– 10.Januar.2019 – früh Morgens – Dunkelheit – ein blauer Passat fährt über die Autobahn in Richtung Frankfurt Flughafen – an Bord sind Martin, Florian und Barbara (Martins Mama) – plötzlich geschiet etwas unglaubliches… nein halt stop, dies ist kein Artikel mit einem bescheuerten clickbait Titel à la Tagespresse.

Also nun wieder zum Ernst der Sache! Auf unserem Rückweg zum, ich nenne es mal so, zweiten Teil unseres Kanada-/Nordamerikaabenteuers begleitete uns Barbara, Martins Mama. Zunächst ging es wieder auf einen laaaaaange Flug über den Atlantik. Diesmal zuerst nach Montreal und von dort, wieder zum Zielflughafen, Vancouver. So weit der Plan. Der Flug von Frankfurt verlief eigentlich ohne besondere Aufregung. Wie immer sitzt man sich den Hintern platt, liest ein Buch oder schaut Filme, wird gemästet und weiß nach einer Weile einfach nicht mehr wie man in diesem engen Stuhl hocken soll. Diesmal wollte aber der Flieger wohl nicht schnell zum Ziel gelangen und so landeten wir, mit eigentlich nur wenig Verspätung, in Montreal. Diese Verspätung in Kombination mit ein paar hundert elend langsamen Menschen, die nicht geordnet aussteigen um so einen flüssigen Ablauf gewährleisten zu können (und sowieso viel zu viel Handgepäck dabei haben), machte unsere Umsteigezeit von 60 Minuten sehr schnell dahin.

Als wir endlich aus dem Flieger raus waren, wurde es etwas stressig, denn wir mussten hier zunächst noch nach Kanada „einreisen“. Zum Glück wurden wir von einem Flughafenmitarbeiter sofort zu einem Terminal zur Eingabe unserer Daten und dann zu einem Zollbeamten durch gewunken. Hier also ein freundliches Gesicht, die selben, schon tausendmal gestellten Fragen beantwortet, Barbara als Tourist angemeldet und schon waren wir offiziell mit unserem Visum wieder in Kanada. Da die Zeit während all dem leider nicht stehen blieb, hieß es nun einen Zwischensprint zum Abflugterminal einlegen. Zum Glück haben wir noch rechtzeitig unseren Anschlussflug bekommen. Nach weiteren 5h, die zuerst als 3h angedacht waren (ja wir haben die Zeitverschiebung nicht mit einberechnet), und einer diesmal mangelhaften Versorgung auf der Essenseite, erreichten wir dann endlich Vancouver.

Nach dieser langen Reise freuten wir uns schon sehr auf unser Bett, welches uns in Squamish erwartete. Aufgrund der verspäteten Zwischenlandung hat es unser Gepäck allerdings leider nicht mehr rechtzeitig in unseren Flieger geschafft. Der nette Herr am Gepäckschalter teilte uns mit, dass es jedoch zu 95% mit dem nächsten Flieger gebracht wird. Auf die Hoffnung hin, dass es wirklich mitgeliefert wird, schlugen wir die folgenden 2h mit einem Besuch im nahegelegen Tim Hortons bei Applefritter und Kaffee rum. Nancy sprang übrigens nach ihrer 3 wöchigen Pause von uns ohne Murren an und konnte, nach Ankunft des nächsten Fliegers, mit unserem Gepäck vollgeladen werden. Schnell noch die 1 1/2-stündige Fahrt durch die Dunkelheit bei Regen hoch nach Squamish und ab ins Bettchen. Unsere sehr hübsche und gemütliche Unterkunft befand sich im oberen Stockwerk einer umgebauten Garage im Hinterhof eines großen, bonzigen aber sehr schönen Haus.

1. Tag – Shannon Falls und Squamish

*Gäääähn*end sind wir am nächsten Morgen aufgewacht und fühlten uns wohl alle noch etwas matschig von der langen Reise. Das Wetter begrüßte uns erneut mit leichtem Nieselregen. Dies hielt uns, warm gemoddelt, aber nicht davon ab das schöne Städtchen Squamish und die umliegende Gegend zu erkunden.
Nach einem Frühstück bei Tim Hortons (wir hatten noch keine Zeit einkaufen zu gehen) begaben wir uns für unseren ersten Stopp zu einem euch wahrscheinlich bekannten Wasserfall, den Shannon Falls (siehe unseren ersten Eintrag). Hier haben wir auf unserem Weg nach Alaska schon einmal angehalten. Durch den Schneefall und die damit verbundene Wassermenge auf dem Berg waren die Shannon Falls nun aber deutlich beeindruckender wie noch im Spätherbst.

Die Gang – Erstes Gruppenbild an den Shannon Falls
Shannon Falls mit deutlich mehr Wasser als im Herbst (Januar-Bild)
Der gleiche Wasserfall noch im Herbst (August-Bild)

Nachdem wir uns, ohne andere Touris um uns herum, in Ruhe den Wasserfall anschauen konnten ging es zurück nach Squamish. Hier schlenderten wir zunächst durch die kleine aber nette Innenstadt und genossen den Ausblick auf die schneebedeckten Berge und die Meeresbucht. Anschließend unternahmen wir noch einen Spaziergang durch eine sumpfige Landschaft direkt neben der Innenstadt. Diese war durchzogen von schmalen Pfaden und Holzbrücken und wir konnten den ersten Adler des Trips sichten.

Sumpflandschaft direkt hinter Squamish

Ein letzter Stop an diesem ersten Tag zurück in Kanada legten wir in der Nähe des Brackendale Eagles Provincial Park ein. Entlang des Squamish River gelegen kann man hier, wie der Name schon sagt, Ausschau nach Weißkopfseeadler halten. So stampften wir entlang des Flusses das erste Mal in diesem Jahr durch den kanadischen Schnee und konnten nach kurzer Zeit auch schon einige Adler in den Bäumen an der anderen Uferseite ausmachen. Die Zeit verging und nach einer knappen Stunde wurde uns etwas kalt. Nicht so schlimm denn wir mussten auch noch einkaufen gehen. Also spazierten wir zurück zum Auto und Barbara konnte sich zum ersten Mal in einem kanadischen Supermarkt austoben. Zurück in der Wohnung machten wir uns noch leckere Wraps und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Ein Adler am Squamish River
Schneebedeckter Gipfel in der Abendsonne

2. Tag – Sea to Sky Gondola

Der nächste Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstück und der Entscheidung, dass wir das traumhafte Wetter nutzen, um mit der Sea-to-Sky-Gondola auf den Berg unterhalb des Mt. Habrich zu fahren. Hier oben findet man angelegte Wege für eine kleine oder längere Wanderung und hat eine wunderbare Aussicht über das Tal, den Howe Sound Fjord, die High Coastal Alpine Mountains sowie auf den sehr charakteristischen Stawamus Chief. Der Stawamus Chief ist ein riesiger Granitfelsen (Monolith) und verdankt seinen Namen einem kleinen Dorf an seinem Fuße. Die Native-People schreiben ihm eine spirituelle Bedeutung zu.
So verbrachten wir den ganzen Tag damit durch den hohen Schnee zu laufen und uns die wunderschöne Natur und die Aussichten anzuschauen. Man hätte sich auch Schneeschuhe leihen können. Nach einer kurzen Testrunde entschieden wir uns jedoch dazu, mit unseren Wanderstiefeln die Gegend zu erkunden, da die meißten Wege sowieso gespurt waren.
Im Folgenden lasse ich für diesen sehr schönen Tag einfach ein paar Bilder sprechen.

Halt beinahe vergessen… Am Abend nach unserer Rückkehr in Squamish folgten wir dem Local-Tipp unserer Vermieterin und kehrten für das Abendessen in Pepe’s Chophouse ein. Hier genoßen wir den wohl besten Lachs den wir je gegessen haben und einmal die Empfehlung des Tages (Rindermedaillons) für Flo 😉 die auch mega gut waren. Also falls ihr mal in Squamish sein solltet können wir dieses Restaurant nur empfehlen.

Aussicht auf die High Costal Alpine Mountains und den How Sound Fjord
Schwindelfrei sollte man hier schon sein
Dicke Socken sind hier Pflicht

3. Tag – Alexander Falls und Whistler

Neuer Tag, neuer Plan. Am 3. Tag unserer Reise ging es nach Whistler, um den Wahnsinn des Skiortes zu erleben. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen Abstecher zu den Alexander Falls gemacht. Hier waren wir dann auch das erste Mal von der Schneemenge überrascht! Angeblich soll dieser Winter bezüglich der Schneemenge eigentlich relativ schlecht gewesen sein. Da wäre es interessant wieviel dort denn sonst als liegt. Die Toilettenhäusschen sind nur schwer erreichbar und man lief auf dieser, bald 2m hohen, festen Schneedecke bis zur Aussichtsplattform des Wasserfalls.

Toilettenhäusschen mit Hut
Alexander Falls
Der Weg zum Wasserfall

Nach diesem schönen Zwischenstopp ging es dann rein in das Örtchen Whistler. Buntes Treiben hatte das Dorf wieder fest im Griff und es war schwer nicht direkt auf die Piste zu rennen und ein paar Abfahrten mit dem Board zu machen. Diese Lust war aber nach einem Blick auf die Kosten für ein Tagesticket sehr schnell wieder dahin… unfassbar überteuert (wir waren nach dem Heimflug von Barbara für einen Tag dort fahren und ich kann sagen Big White hat für weniger Geld mehr zu bieten).
Mit einem Kaffee, heißen Schokoladen und einem Applefritter/Donuts genoßen wir noch die winterliche Sonne im olympischen Dorf bevor wir uns einen schönen Platz für den Sonnenuntergang suchten. Gefunden haben wir diesen am komplett zugefrorenen Green Lake kurz hinter Whistler. Eine weitere schöne Art einen schönen Tag ausklingen zu lassen. Dies war auch schon unsere letzte Nacht in Squamish.

Green Lake im Sonnenuntergang
Gemütlich den Tag ausklingen lassen mit einer schönen Aussicht
Der Mond ist auch schon da…

4. Tag – Brandywine Falls, Nairn Falls und Ankunft in Pemberton

Am nächsten Morgen hieß es nach dem Frühstück also Sachen packen und das Auto beladen. Voller Vorfreude auf Pemberton gelang dies aber ohne große Mühe und schon bald befanden wir uns wieder auf dem Highway 99 in Richtung Norden.
Ein erster Stop legten wir bei den Brandywine Falls ein, die wir am Tag zuvor auf dem Rückweg von Whistler nicht mehr anschauen konnten. Nicht so schlimm denn wir hatten es nicht eilig und wollten auf dem Weg nach Pemberton noch etwas die Gegend erkunden.

Brandywine Falls mit einem schönen Regenbogen

Nach dem ersten, einfachen und kurzen Stück bis zur Aussichtsplattform dachten wir uns wir könnten dem See einen Besuch abstatten, an dem wir zuvor (Ende August) schon einmal zu Mittag gegessen hatten. Dieser Weg stellte sich aufgrund teilweise fehlender Spuren jedoch als nicht ganz einfach heraus. So sanken wir mehrere Male bis zu den Knien ein und waren uns stellenweise nicht ganz so sicher wo der See eigentlich liegt. Eine halbe Stunde und ein paar nasse Socken später fanden wir den See dann letztendlich doch wieder. Dieser ist auch im schneereichen Winter ein sehr schöner und ruhiger Platz für eine kleine Pause. Diesmal gab es jedoch keine Nudeln mit Tomatensauce.

Flo holt sich nasse Socken
Winterlicher See, perfekt für eine kleine Pause

Desto weiter wir nach Norden fuhren desto bewölkter wurde es. Mit Sonnenstrahlen, die ab und zu durch die Wolken brachen, erreichten wir das nächste Ziel auf unserer Liste, die Nairn Falls. Um diese zu erreichen muss man ca. eine halb- bis dreiviertel Stunde einem Trail im Berghang, der neben einem Fluss entlang führt, laufen. Dieser war glücklicherweise jedoch gespurt und so war es bis auf ein paar wenige steile Stücke gut zu laufen.

Eiszapfen bei den Nairn Falls
Felsformation an den Nairn Falls. Der Fluß fließt zwischen und unter den Steinen durch

Hungrig erreichten wir anschließend Pemberton. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, bis wir in unsere neue Wohnung für die nächsten Tag beziehen konnten, begaben wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen und fanden ein gutes Restaurant für einen Mittags- & Abendsnack. Das Städtchen Pemberton ist nicht wirklich groß. Es gibt einen Supermarkt, ein paar Restaurants, einen Mechaniker für Schneemobile bzw. Allerlei und das Nötigste zum Leben. Aber der Charm dieses kleinen Örtchens hat uns fasziniert und man fühlt sich direkt pudelwohl. Das gleiche galt auch für unsere Unterkunft. Diese lag außerhalb der Innenstadt auf einer der vielen Farmen der Gegend. Eine so liebevoll und stilecht eingerichtete Wohnung hatten wir bisher auch noch nicht und wir genossen jede Minute abseits von allem Trubel mitten in der Pampa (Ich hoffe ich finde die Bilder von meinem alten, kaputten Handy noch).

Die Einfahrt zu unserer Unterkunft (im blauen Wandbereich gelegen)

5. Tag – Pemberton – Wanderung zu den Joffre Lakes

Ausgeschlafen und voller Tatendrang ging es am 5.ten Tag unserer Reise erneut auf eine Wanderung. Diesmal hatten wir jedoch ein etwas ergeiziges Ziel auf unserem Plan stehen. Nach gründlicher Recherche und Analyse der Straßenverhältnisse haben wir uns für die Joffre Lakes entschieden. Ursprünglich überlegten wir den Garibaldi Lake bei Whistler zu erforschen, jedoch ist die Zufahrtsstraße nur bedingt befahrbar gewesen und die Wanderung hätte so über 5h gedauert.
Die Straße zum Ausgangspunkt der Wanderung war bis auf wenige Eis- und Schneeflächen frei und so ging es immer weiter den Highway 99 Richtung Norden. Dort angekommen schnürten wir die Stiefel, packten den Rucksack und machten uns mit Kamera, Verpflegung und warmer Ausrüstung auf den Weg. Die Joffre Lakes bestehen aus 3 Seen, die auf unterschiedlich hohen Plateaus liegen und durch einen Fluss verbunden sind. Den ersten See erreichten wir schon nach 5 Minuten Fußweg und konnten die erste Aussicht genießen. Von dort ging es auf einem (zum Glück) gespurten Wanderweg ca. 1 1/2h durch eine wunderschöne Winterlandschaft zum zweiten See. Unterwegs bestaunten wir immer wieder die großen Schneemassen und die bezaubernde Landschaft.

Der erste der Joffre Lakes zu Beginn unserer Wanderung
Lustige Gebilde formte der Schnee auf den Bäumen
Anstrengend und rutschig aber Flo ist noch ganz der alte Rocker

Steil ging es den Berg hinauf und so wurde manche Stelle zur spaßigen Herausforderung. Ab und zu gab es einen kleinen Ausrutscher oder man sank bei einem Tritt zu weit außen in der Spur mal wieder Knietief ein. Jedoch war das ganze mit einer Menge Spaß verbunden und es war eine coole Erfahrung. Nach einer anstrengenden Tour erreichten wir den zweiten See, freuten uns sehr und genoßen für einen Moment die Sonne die durch die Bäume strahlte.

Barbara genießt die Sonnenstrahlen an der Zwischenstation
Der zweite See
Auch hier ein eingeschneites Toilettenhäusschen. Es blieb ein kleiner Spalt, um sich hinein zu . quetschen

*Puuuuuh ganz schön anstrengend bis hier her…* Aber egal! Der dritte und letzte See lag laut Beschreibung nur noch eine halbe Stunde entfernt. Also noch einmal die Kraft zusammen nehmen und die brennenden Oberschenkel ignorieren. Gesagt getan – wir erreichten den letzten See, trotz des sehr steilen Weges, sogar unter der vorgegebenen Zeit. Dort genoßen wir dann die strahlende Sonne bevor diese sich hinter den hohen Gipfeln, die uns umgaben, verschwand. Zu Nüssen und ausreichend Wasser genoßen wir den Ausblick und waren happy die Wanderung gemacht zu haben.

Der oberste der 3 Joffre Lakes… noch rechtzeitig für ein paar Sonnenstrahlen

Nachdem die Sonnenstrahlen verschwunden waren machten wir uns an den Abstieg. Dieser ging recht zügig voran… jedoch ist es bergab auch eine Herausforderung bei solch nem rutschigen Untergrund zu laufen. Umrahmt von den Schneemassen ist aber jede Anstrengung gut zu ignorieren und es machte Spaß stellenweise auf dem Hosenboden den Weg hinab zu rutschen. So erreichten wir bald wieder den ersten See und konnten dort noch etwas die Abendstimmung einfangen.

So ging es die komplette Wanderung durch das Winter-Wonderland
Ein mystischer Anblick des ersten Sees auf dem Rückweg

Glücklich und zufrieden fuhren wir wieder zurück in unsere Unterkunft und genossen den Abend gemütlich am hauseigenen Elektroofen.

6. Tag – Ohne Ziel durch die Pampa in Pemberton

Man sollte meinen das war genug gewandert? Falsch gedacht… Am nächsten Tag starteten wir eine abenteuerliche Entdeckungstour rund um Pemberton. Auf der Wanderkarte im Wohnzimmer suchten wir uns eine kleine Route auf einen nahegelegen Berg heraus und spazierten los… um den Traileinstieg zu erreichen, mussten wir erst einen Fluss auf einer Eisenbahnbrücke überqueren, da die Zufahrtsstraße auch hier komplett verschneit war und wir sowieso direkt von der Haustür aus starten wollten. Zunächst gestaltete sich die Wanderung auf dem Trail auch ohne größere Probleme. Hier und da mal wieder im Schnee versunken, bahnten wir unseren Weg in Schlangenlinien nach oben bis… ja bis… der erste Baum quer auf dem Trail lag. Diesen konnten wir noch gut übersteigen. Anschließend verlor sich der Pfad jedoch mehr und mehr im Schnee, weitere umgestürzte Bäume und Gestrüpp und wir verloren ein wenig die Orientierung. Kein Problem! Dank einer Trail App für Mountainbiker und der guten Community in Kanada war auch dieser Trail eingezeichnet. So ging es mal mehr mal weniger kreuz und quer den Berg hinauf mit einigen starken nennen wir es mal Abkürzungen, die wirklich komplett durch die Pampa gingen. Dank des ausreichend hohen Schnees konnte man aber senkrecht den Berg hinauf laufen und so fanden wir nach kurzen Abstechern abseits des Weges den Pfad immer wieder. Das meiste allerdings wirklich nur mithilfe des GPS und dem Trail auf dem Handy. Nach einer gefühlten Ewigkeit (die in Wirklichkeit sicher 2h war) und Zweifeln, ob wir es jemals wieder im Hellen zurück ins Dorf schaffen würden, trafen wir endlich auf einen breiten Weg, welcher uns zu einer Forststraße führte. Diese wiederum ging vom Berg hinab und führte außerhalb von Pemberton auf den Highway 99 (welcher hier nur mehr eine normale Landstraße ist). Leider mussten wir jedoch noch einige Kilometer auf Asphalt zurücklegen. Nach unserer Klettertour brannten uns dreien aber allen die Füße und so wurde es zu einer kleinen Tortur. Angekommen im Städtchen steuerten wir das erste Café für eine Pause, ein warmes Getränk und einen kleinen Snack an und waren sehr erleichtert, dass wir es wieder zurück in die Zivilisation geschafft hatten. Die letzten paar Meter bis zu unserer Farm kamen uns dann wie ein Sonntagsspaziergang vor.
So abenteuerlich und unkoordiniert es auch war, so lustig und spannend war die Wanderung ohne Plan. Im schlimmsten Fall hätten wir einfach umdrehen können und den Rückweg auch im Dunkeln gefunden. Aber merke: Verlasse dich niemals darauf, dass man einen normalerweise gut sichtbaren Trail auch im Winter mit Schnee so einfach finden kann!
Leider habe ich von dieser Wanderung, aufgrund der etwas verpeilten Lage, keinerlei Bilder gemacht. Jedoch gab es dort nur den typischen Wald zu sehen und zum Ende eine schöne Aussicht über das Tal und Pemberton (ok das wäre eine Foto wert gewesen).
Dies war leider auch schon unser letzter Tag in Pemberton und so belohnten wir uns noch einmal mit einem Besuch im zuvor getesteten Restaurant zu Tacos und Salat (es war Mexikaner Abend). Ein schöner Abschluss von ereignisreichen Tagen im Schnee

7. Tag – Lighthouse Park und Vancouver

Am nächsten Morgen begaben wir uns dann auf den Rückweg nach Vancouver, wo wir noch 2 weitere Tage verbrachten. Ursprünglich hatten wir angedacht weiter nach Norden über Lilloeet und anschließend entlang des Fraser Rivers den Highway 12 bis nach Hope und weiter nach Vancouver zu nehmen. Aufgrund der Wetterlage entschieden wir uns aber dagegen. Da der Highway 12 in einem Tal mit beidseitigen hohen Bergketten verläuft, treffen dort bei schlechtem Wetter im Winter heftige Schneefälle die Gegend und eine Sperrung des Highways war nicht auszuschließen.
Die sichere Route Richtung Süden führte uns noch am euch bereits bekannten Lighthouse Park vorbei. Hier verbrachten wir noch ein paar Stunden und auch hier gab es eine Überraschung. Scheinbar ist es ein beliebtes Überwinterungsgebiet (evlt. sogar Brutgebiet) für die Adler. So sahen wir diese in einer Menge wie wir es bisher noch nicht erlebt hatten. Ganze Schwärme zogen über das offene Meer und landeten direkt über unseren Köpfen in den Bäumen am Ufer.

Bewölkt im Lighthouse Park
AdlerAdlerAdlerAdlerAdlerAdler…
Der Lighthouse im Lighthouse Park

Anschließend begaben wir uns in unsere Unterkunft in Vancouver und erkundeten in den nächsten 2 Tagen die Stadt. Barbara sah viel von der Stadt und auch Flo und Ich sahen viel Neues. Es war ein schöner Ausklang für einen sehr schönen und erlebnisreichen Urlaub. Am Sonntag musste dann Barbara leider schon wieder in den Flieger Richtung Deutschland steigen.

Wir hoffen euch hat auch dieser, wenn auch sehr sehr sehr verspäteter Bericht (meine Schuld), gefallen und ihr konntet einen Eindruck erhalten, was wir so erlebt haben.

Weitere Bilder gibt es wie immer unter forlgendem Link (diesmal GoogleDrive, da mein Dropbox Account voll ist):
https://drive.google.com/open?id=1hhfSdrkaHP-JRkmJIvfTjWnmpWUYvVrF

Falls ihr Fragen oder Unterkunftsempfehlungen für Squamish oder Pemberton oder Vancouver benötigt könnt ihr uns gerne Fragen.

Bis zum nächsten Mal euer Florian (noch in Kanada) und Martin (wieder zurück in Deutschland)

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